Donnerstag, 23. Februar 2017

Reunion

Stell dir vor deine Hand durchschlägt die Erde unter der du begraben liegst

Dein Haupt aus der Oberfläche des Ozeans schiesst, unter dem du seit Tagen in der Dunkelheit getrieben bist

Dass alle verzerrten Gesichter, die dir begegnen, wieder zu Partnern werden

Dass Worte wieder verstanden werden und du körperlich fühlst was dir ein Freund anvertraut

Dass deine Musik wieder im Rythmus mit deinem Blut pumpt

Wenn du nicht mehr auf einem Drahtseil spazierst sondern einen betretbaren Weg verfolgst

Wenn Haptik wieder spürbar

Und Akkustik wieder hörbar wird

Wenn der surrende Tinnitus in deinem Kopf mit der natürlichen Frequenz deiner Umgebung verschmiltzt

Dein Bewusstsein weiter strahlt als der Raum den dein Kopf einnimmt

Dass du dich fühlst wie ein Samenkorn dass die Frühlingserde durchstößt


Dann findest du wieder die Kraft aufzustehen, dich aufzustützen, 
dich wieder als kommunizierendes Gefäß zu fühlen wo zuvor nur irgendwie den Tag hinter sich bringen angesagt war.

Dann hast du den Tiefpunkt überstanden

Und es war wieder keine Erkenntnis oder eine Erfahrung die dich rausgeholt hat.
Es war wieder nur die Flut, die die Ebbe abgelöst hat, im ewigen Spiel des Meeres deines Bewusstseins.

Die Frage ist dann immer die gleiche: ist es das was mich von anderen trennt, diese Abgründe?
Oder sind wir alle so geformt, manche stärker, manche schwächer.

Gewöhnen werde ich mich nie daran. 
Aber daraus aufzuwachen lässt mein Blut pulsieren und meine Muskeln flexen und ich spür im Ansatz mein Potential aufscheinen, das so viele Zeit meines Lebens versperrt ist wie in einem Tresor.

Für immer so  aufzuwachen wär der Himmel für mich.



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