Manche Tage bleibt man müde.
Man wacht sowieso jeden Morgen als Tiefseetaucher aus der Zeit der industriellen Revolution auf, so mit schwerem Taucheranzug, Bleisteifeln und einem Helm mit beschlagenem Sichtfenster. Nur is der Helm voller Wasser und es schwimmen Fische und Krebse drin rum.
Bewegen is dann wie über den Meeresboden stampfen: der Grund gibt nach wie Sand und man torkelt dahin als hätte man einen Ozean voller Psychopax am Vorabend ge-ext. Jeder Versuch zu kommunizieren erfolgt durch einen Schlauch, durch dutzende Meter trüben Wassers.
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| Obwohl so ein Drill den Weg in die Arbeit schon etwas erleichtern/erheitern würde. |
Aber den anderen Morgenmalochern gehts ja auch nicht viel besser und so verbringt fast jeder in der Straßenbahn so seine eigenen Zeit im eigenen Aquarium.
Die mechanisch-elektronische Umgebung versucht, angefangen vom Terror-Wecker, einen aus diesem halbschlafartigen Traumzustand rauszureissen, mit dadaistisch anmutenden Soundscheiss und Fick-mich-und-mein-Produkt-Werbetafeln an jeder verdammten Ecke. So klinkt sich dann jeder in die eigene Welt mit Kopfhörer und Handyscreen und versucht möglicht noch ein paar Viertelstunden allein dahinlaben zu dürfen bevor man seine miese Morgenlaune vor den Kollegen überspielen darf. Das Morgenweckerl und der Kakao dienen zwar auch der Nahrungsaufnahme, ihr Hauptzweck ist aber viel simpler gestrickt: Don't fuck with me yet!
Wann sind wir als Spezies eigentlich an diese alpinen Miesantropen gezogen? Nur weil irgendwelche Bergbauern in der Vergangenheit ihre Produkte bei Sonnenaufgang auf die Märkte bringen mussten torkeln wir heut noch raus in unseren Zuchtteich bevor irgendeiner nur annähernd eine als Verstand zu bezeichnende Hirnfunktion hinbekommt. Dass Zombies DER Horror-Trope dieses bisherigen Jahrtausend ist hat auch mit dieser trüben Arbeitszeitenorganisation zu tun.
An manchen Tagen geht das Fischtankfeeling auch nicht weg, dann wird man einfach nicht munter. Arbeiten is dann wie Treiben am Meer. Von den Wellen hin und hergeschwapt macht man halt sein Ding und hofft mal an einer Insel zu stranden wo man mal rauskommt aus der Fischsuppe. Rauchen war so eine Exit, aber damn...
Man merkt das ja auch während des Tages, will seine Energie dann irgendwann doch vernünftig nutzen (die Arbeit ist da der falsche Ort um sich auszutoben ausser man hat so einen leiwanden Job HAHA) und dann kommt man heim und macht was, was einen in die Gegenwart holt, und dann is es wieder einmal plötzlich Mitternacht und man haut sich eh schon wieder ins Bett weil VIELLEICHT verbringt man mit etwas mehr Schlaf als in der Vornacht doch mehr Zeit außerhalb der Fischglocke.
Oder man schreibt dann doch noch einen Blogeintrag weil man ja doch noch irgendwas substanzielles zu seinem Finding-KidSune-Tag beitragen mag.
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| Propaganda der Propriateure! |
Leider liest man dann auch nochmal drüber und editiert weil Eitelkeit und Einfärben und so. Man will ja doch Qualität liefern. (Qualität kommt von Quälen btw).
Note to one self: please stop hitting that preview button :( you're just going to keep on writing!


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