Sonntag, 12. Februar 2017

Krähen am Horizont

Es ist so schwierig die wirklich tiefgehenden, ins Mark gehende Fragmente, die einem im Leben begegnen, einzufangen und weiterzugeben.

Mir passiert es so oft dass ich unterwegs bin und dann find ich mich in einer gewissen Stimmung, die ich tradieren will, die sich plötzlich zu einer Form in meinem Kopf ergibt. Zu etwas das ausgedrückt werden will und vor allem auch ausgedrückt werden kann. Dann bin ich aufgeregt, egal ob das jetzt ein Reim ist, der die Grundlage für einen Raptext sein könnte weil er so clever ist und so nice flowt. Oder obs das Microversum ist, in dem gerade alles nur aus schwarzen und grauen Schattierungen besteht ausser den Lichtern der Autos auf der Autobahn, während mich meine Eltern nach Wien bringen und ich die Kopfhörer aufsetz und Jose Gonzales hör weil jeder andere Ton von Radio Wien nicht zu meiner Stimmung passt, dieser abgrundtiefen Melancholie, die alles einhüllt und verhüllt wie ein samtschwarzer Vorhang am Ende eines Theaterstücks.

Diese letzte Episode ist die Grundlage dieses Textes hier. Denn ich würde diese Stimmung so gerne an euch weitergeben, weiter beschreiben, weil sie so wahrhaftig gewirkt hat und halt auch schmerzvoll war und ein Teil dieses Blogs besteht halt auch darin euch weiterzugeben, was diese inherente Melancholie für mich heisst. Ich kanns nicht anders wiedergeben als über Bilder und Metaphern. Diese aber zu finden, die richtige Form dafür zu finden, ist so immens schwer wenn man nicht im Moment ist. Und in den meisten dieser Momenten ist es nicht möglich darüber zu schreiben. In der Ubahn kann ich nicht freestylen weil mich jeder für wahnsinnig hält. Im Auto meiner Eltern ist mein Laptop nicht dabei. Und so weiter.

So bleibts dann so oft nur dabei in der Metaebene drüber zu schreiben wie ein Kritiker über einen Film anstatt selber zum Regisseur zu werden und produktiv zu sein. 

Ich trau mich jetzt nicht anfangen den Text über die Krähen und die Dunkelheit anzufangen weil alles wie ein schaler Abklatsch des Momentes wirkt. So wie wenn ein Kriegsreporter über den Krieg in Syrien aus seinem Wiener Büro schreibt anstatt in Aleppo unter den Menschen zu sein. Obwohl ich der selbe Mensch bin und gerade mal einen halbe Stunde vergangen ist bin ich doch eine Ewigkeit von diesem Moment entfernt.

Aber ich bins mir wohl wenigstens schuldig es zu probieren, also here goes:


Ein zartes Rauschen durch die Verkleidung des Mitteklassewagens
Versteckt hinter Fenstern, reflektieren die roten Rücklichter der Reisenden
Um uns herum die riesenhaften fedrigen Flügel schwarzer Krähen
Ein Horizont der uns umarmt und müde macht
Sodass die Lider fallen wie ein samtschwarzener Vorhang
Dieser Raum: eng wie ein Kokon eines schwarzen Schmetterlings
Wärme aus der Geborgenheit der Melancholie
Wie durch grauen Rauch die Sterne versteckt
Allein in seinem Microversum
Dahingleitend im ewignachtenden Tunnel
In dem alles nur mehr Nacht bleibt
Und es kein Morgen gibt
Zeitlos kniet der versteinerte Mann im einzigen Spotlight der Szene
Sein Torso von Tausend Schwertern aller Zeitalter durchstoßen
Unter ihm die Asche seiner ausgebrannten Essenz
Die seit seiner Geburt immer wieder entflammt
Und neue Ritter anlockt die ihn wieder niederstrecken
Kein Mond leuchtet ihm seine Silouette 
In dieser Nacht



Als Bild würde das dann so ungefähr ausschauen :/

Naja in dem Text fehlt noch die Beschreibung der Rücklichter der anderen Autos und wie sie irgendwie im Nachhinein wie Glühwürmchen gewirkt haben. Und wie man das Kreischen der Krähen hört obwohl man sie gar nicht hört. Aber alles was man dann dazufügt ist dann halt auch immer mehr Erfindung, je weiter es zurückliegt und so... Ahja und wer die Dark Souls Referenz findet darf sie gerne behalten.

Was aber hilft ist die Musik aus dem Moment zu hören. In dem Fall: 


Fuck, ich schwör ich wussste nix von den Vögeln in dem Video!


Ach das ist mal wieder ein konfuser Eintrag. Aber immer noch das beste was ich heut hinbekommen hab :3

Gmiatlichen Sonntag Abend ihr Lieben!

PS: Okay als Blocksatz ergibt das alles viel mehr Sinn *shamedmonkeyface*

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen