Es war mal ein Wolf,
Der heulte ein Lied.
Den Tag hindurch schlief er,
Die Sonne er mied.
Er liebte die Nacht,
Sie war dunkel und still.
Doch als Wesen des Lichts
Ihm das Funkeln gefiel.
Der Wolf sang sein Lied
In der Blinksterne Raum.
Die blitzten ihn gleich an,
unterschieden sich kaum.
Vom Wolfslied entzückt
Versprühten sie Staub.
Doch eine Antwort erklang nicht,
Als wären sie taub.
Der Wolf hielt sein Heulen
Bis die Glocke erklang.
Wegen der Stille der Sterne
War ihm noch viel mehr bang.
Doch plötzlich der Morgen
Ein Scheibchen gebar.
Es war hell wie die Sterne
Ein Himmelskind gar.
Auch beim nächsten Dämmern
Sah er die Figur.
Und jede Nacht weiter
War sie dem Wolf auf der Spur.
Und auf einmal um Mittnacht
Es zu sprechen began.
Denn das Lied des Wolfes
Zog es in den Bann:
"Ich bin der Mond,
Wohn im Himmelsgebiet.
Doch dich find ich spannend
Sing weiter dein Lied!"
Der Wolf nun erstummte
Von Ehrfurcht gebannt.
Solch erschütternde Schönheit
Er noch nie gekannt.
Er schlug fast die Flucht ein!
Vom Schrecken ganz bleich
Er ein Bild erblickte
In einem klar'n Teich.
Der Mond über ihm,
sein Fell hell entfacht.
Er schien wie die Sterne
Gleich der Sonne Pracht.
Zum ersten Mal war'n sich
der Mond und er nah.
Sein Heulen erhob sich,
Nie war es so klar.
Der Wolf sang sein Lied
Bis die Sterne verblichen.
Der Mond war nun plötzlich
In sein Herz geschlichen.
Auch der Mond wurde bleicher
Nach des Tanz vielen Stunden.
Und als die Sonne erschien
War er gänzlich verschwunden.
Der Gesang des Wolfes
War nun plötzlich verhallt.
Würd' der Mond wiederkehren,
Die bezaubernd' Gestalt?
Beim nächsten Nachtanbruch
Fiel sein Blick in die Sterne
Und als der Mond aufging
Tat es sein Herz auch gerne.
Sie tanzten gebadet
In des Mond Lichts Schein.
Zum ersten Mal war der Wolf
Nun nicht mehr allein.
Der Wolf spürte Klarheit,
Sang ehrlich betont
Und mit ganzem Herzen:
"Ich liebe dich, Mond!"
Der Mond schien erschüttert,
Von den Worten erschreckt
Und als der Wolf hoch sah
War der Mond plötzlich weg.
Der Wolf schrie gen Himmel
Nicht verlassen zu werden.
Jeden Morgen er weinte
Um den Dieb seines Herzens.
Er konnte nicht aufhören,
Hat sich bitter beklagt
Denn die Liebe zum Mond
Kam mit jedem Herzschlag.
Nach Nacht Achtundzwanzig
Voller schmerzendem Pfauchen
Blieb der Mond nicht mehr dunkel
Er musste auftauchen.
Sagte: "Hör auf zu weinen,
Ich bitte dich sehr!
Obwohl du mich liebst, Wolf,
Ich der Sonne gehör"
"Und beende dein Singen,
Entsage der Pein.
Obwohl ich dich liebe
Will ich nicht mit dir sein".
Der Wolf war erschüttert,
Erstarrt seine Tatzen.
Der Mond konnt' ihn lieben
Und doch am Ende verlassen?
Der Wolf heulte weiter,
Der Mond nie mehr erschien.
Es kam nie eine Antwort
Soviel er auch schrie.
Doch das Scheinen des Monds
Erfüllt sein Herz immer wieder.
In der Hoffnung auf Rückkehr
Singt er dem Mond seine Lieder.
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