Sonntag, 28. Mai 2017

Neben Maria Happel speiben

Der Blog hier hat ja ein wenig die Richtung verloren. Die letzten Einträge waren durchgehend herzverlorenes Beklagen und gar nix für die hart arbeitenden Proletarier unter meinen Lesern, also keine Geschichten aus dem echten Leben. 

Deswegen gibts heut mal wieder ein Bisl Schweinsbraten mit Erdäpfelknödln, nur weniger gustiös.

Ich war grad wieder mal im AKH, yay! Da verbringt man 3 super nette Tage mit ur lieben Leuten und Klettern und Sonne und alles Wolken verziehen sich und dann kommt am Ende diese Scheiss Kreatur von Krankheit wieder hoch. Und man hustet. Und hustet und hustet. Dann setzt sich am Abend wieder dieser schwere Asthmabär auf die Lunge dass man glaubt man wird erdrückt unter seinem versagenden Luftorgan. Also sprayn. Und sprayn. Bis die maximale Tagesdosis erreicht ist und die Ärzte im Kopf sagen: na, jetzt aber schon brav hopp ins Krankenhaus.

Ich weiss eh dass ich selbst schuld bin. Der Geburtstag is keine Entschuldigung danach ein Monat zu rauchen. Bronchitis is IMMER das Ergebnis, aber daran will sich das Drogenhirn ja nach ein paar Monaten nimmer erinnern. Ich habs eh geschafft wieder aufzuhören, vor einer Woche schon, aber natürlich kann das nicht gut für mich gewesen sein. Zumindest bin ich ned so deppad dass ich meine Sucht weiter mit Kortison in Eigenmedikation subventioniert hätte. Die paar Wochen haben eh gereicht...

Was an der Bronchitis im Vergleich zu anderen Krankheiten so zach ist, ist, dass man nicht leise leiden kann. Der Kopfgeschmerzte erzeugt keine Sägegeräusche von den Sägeblättern die ihm in den Kopf schneiden. Die Bauchkrämpfe lassen einen aufs Klo stürzen, aber wenigstens dort ist man allein. Aber die Bronchitis muss sich immer austoben. In der Kletterrunde: hust, hust, hust. In der Ubahn: hust, hust, hust. Im Wartebereich: hust, hust, hust. So eine Bühnenschlampe, diese Bronchitis. Immer nach Aufmerksamkeit heischend. 

Ich will das natürlich nicht. Ich will nicht dass man mich ansieht und bemitleidet. War ja ein Grund warum ich allein leben wollte. Wenn mein Vater seine Hustenanfälle gehabt hat bis es ihn gereckt hat, hab ich innerlich auch immer fast kotzen müssen. Das will ich niemanem antun. Musste ich heut aber. Heut hats mich so gerüttelt dass es mich gereckt hat. Im Umkreis von 10 fremden Leuten, Im AKH. So sehr hats mich geregt dass ich 

(das wird jetzt grauslich, also sagts nicht ich hätt euch nicht gewarnt!)

meine halbverdaute Pizzaschnitte wieder in den Mund serviert bekommen hab. Da hatte ich noch keine Spuckschüssel also hab ich das brav wieder runter geschluckt. War dann aber klüger und beim nächsten Mal vorbereitet. Da war dann alle Scham schon verloren und so sind die Pizzastückchen dann munter aus mir herausgepurzelt, im Halbminutentakt. Irgendwann war dann nix mehr da, da hörte dann auch der Brechreiz auf. Passiert ist das alles neben der Warteschlange für Neuaufnahmen. Und in der hat sich just zu dem Zeitpunkt die Sängerin und Schauspielerin (und Kultur Heute Interview-Gast) Maria Happel eingefunden. Keine Ahnung was sie von meiner Darbietung hielt. Ich war eh ein sehr leiser Kotzer. Aber wenigstens konnte ich allen Anwesenden eine authentische Krankenhausatmosphäre vermitteln.

Also wie gesagt, mir ist das alles so furchtbar unangenehm. Ich sperr mich jetzt eh weg bis dieser Arschlochhusten (Du verficktes Scheissding, was willst du eigentlich? Ich kann nix raushusten verdammt! Da is nix! Nerv wen anderen!) vorbei ist. Ich hoff dass das bald passiert. 

Diese Krankheit kostet so viel Kraft. Allein schon wenn man vergleicht wie gut es mir ging die letzten Tage...

Dienstag, 23. Mai 2017

Für meinen Mond

Es war mal ein Wolf,
Der heulte ein Lied.
Den Tag hindurch schlief er,
Die Sonne er mied.

Er liebte die Nacht,
Sie war dunkel und still.
Doch als Wesen des Lichts
Ihm das Funkeln gefiel.

Der Wolf sang sein Lied
In der Blinksterne Raum.
Die blitzten ihn gleich an,
unterschieden sich kaum.

Vom Wolfslied entzückt
Versprühten sie Staub.
Doch eine Antwort erklang nicht,
Als wären sie taub.

Der Wolf hielt sein Heulen
Bis die Glocke erklang.
Wegen der Stille der Sterne
War ihm noch viel mehr bang.

Doch plötzlich der Morgen
Ein Scheibchen gebar.
Es war hell wie die Sterne
Ein Himmelskind gar.

Auch beim nächsten Dämmern
Sah er die Figur.
Und jede Nacht weiter
War sie dem Wolf auf der Spur.

Und auf einmal um Mittnacht
Es zu sprechen began.
Denn das Lied des Wolfes
Zog es in den Bann:

"Ich bin der Mond,
Wohn im Himmelsgebiet.
Doch dich find ich spannend
Sing weiter dein Lied!"

Der Wolf nun erstummte
Von Ehrfurcht gebannt.
Solch erschütternde Schönheit
Er noch nie gekannt.

Er schlug fast die Flucht ein!
Vom Schrecken ganz bleich
Er ein Bild erblickte
In einem klar'n Teich.

Der Mond über ihm,
sein Fell hell entfacht.
Er schien wie die Sterne
Gleich der Sonne Pracht.

Zum ersten Mal war'n sich
der Mond und er nah.
Sein Heulen erhob sich,
Nie war es so klar.

Der Wolf sang sein Lied
Bis die Sterne verblichen.
Der Mond war nun plötzlich
In sein Herz geschlichen.

Auch der Mond wurde bleicher
Nach des Tanz vielen Stunden.
Und als die Sonne erschien
War er gänzlich verschwunden.

Der Gesang des Wolfes
War nun plötzlich verhallt.
Würd' der Mond wiederkehren,
Die bezaubernd' Gestalt?

Beim nächsten Nachtanbruch
Fiel sein Blick in die Sterne
Und als der Mond aufging
Tat es sein Herz auch gerne.

Sie tanzten gebadet
In des Mond Lichts Schein.
Zum ersten Mal war der Wolf
Nun nicht mehr allein.

Der Wolf spürte Klarheit,
Sang ehrlich betont
Und mit ganzem Herzen:
"Ich liebe dich, Mond!"

Der Mond schien erschüttert,
Von den Worten erschreckt
Und als der Wolf hoch sah
War der Mond plötzlich weg.

Der Wolf schrie gen Himmel
Nicht verlassen zu werden.
Jeden Morgen er weinte
Um den Dieb seines Herzens.

Er konnte nicht aufhören,
Hat sich bitter beklagt
Denn die Liebe zum Mond
Kam mit jedem Herzschlag.

Nach Nacht Achtundzwanzig
Voller schmerzendem Pfauchen
Blieb der Mond nicht mehr dunkel
Er musste auftauchen.

Sagte: "Hör auf zu weinen,
Ich bitte dich sehr!
Obwohl du mich liebst, Wolf,
Ich der Sonne gehör"

"Und beende dein Singen,
Entsage der Pein.
Obwohl ich dich liebe
Will ich nicht mit dir sein".

Der Wolf war erschüttert,
Erstarrt seine Tatzen.
Der Mond konnt' ihn lieben
Und doch am Ende verlassen?

Der Wolf heulte weiter,
Der Mond nie mehr erschien.
Es kam nie eine Antwort
Soviel er auch schrie.

Doch das Scheinen des Monds
Erfüllt sein Herz immer wieder.
In der Hoffnung auf Rückkehr
Singt er dem Mond seine Lieder.

Freitag, 19. Mai 2017

Maulkorb

Oh Brut des Schweigens

Mir hängt ein Maulkorb um die Zunge
Knebelt mich
Erstickt mein Wimmern

Ich will spucken und keiffen
Alles rauskotzen was Eiter ist
Was aus Süßigkeit verdorben ist
Doch darf nicht

Mir liegt eine Klaue um meinen Hals
Würgt mich
Erstickt mein Sehnen

Ich will singen und lachen
Alles rausschmettern was Liebe ist
Was aus Freude erblüht ist
Doch darf nicht

Mir steckt ein Messer in der Kehle
Fließt Blut
Aus dem Herzen in den Hals zurück

Ich will fühlen und küssen
Alles raushauen was Geilheit ist
Was aus Anziehung explodiert ist
Doch darf nicht

Erhör mich doch bitte
Ich will endlich leben
ohne Knebel
ohne Maulkorb
Doch während du singst wie ein Vogel
muss ich meiner Stimme entsagen
und ihren Quell töten
weil du sie nicht hören willst

So verhungert dieses verräterische Glück in mir
Unter dem Druck von Sternen
Gefangen in der Stille
Erstickt wie ein Kind
Und vergeht wie ein Schrei
Im luftleeren Raum